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03. März 2010
Ute Schäfer: Das Turbo-Abitur muss reformiert werden

"Das schwarz-gelbe Turboabitur erzeugt unangemessenen Lerndruck, verhindert Durchlässigkeit und überfordert die Schulen bei der Umsetzung. Die falsche Politik der Regierung Rüttgers muss umgehend korrigiert und das Turbo-Abitur muss reformiert werden. Den Schülerinnen und Schülern muss der Weg zum Abitur nach zwölf, aber auch nach 13 Schuljahren offen gehalten werden. Das generelle Abitur nach zwölf Schuljahren an den nordrhein-westfälischen Gymnasien lehnen wir Sozialdemokraten deshalb ab", erklärte Ute Schäfer, stellvertretende Vorsitzende der SPD-Landtagsfraktion. Sie unterstützte damit die Kritik der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft und der 'Bürgerinitiative familiengerechte Schule und Bildung' an der Schulpolitik der CDU/FDP-Koalition. "Die Gymnasien müssen in Absprache mit den Eltern und den Schulträgern die Möglichkeit haben, selbst zu entscheiden, ob sie das Abitur nach zwölf oder nach 13 Jahren anbieten wollen. Hierfür muss das Land die notwendigen Rahmenbedingungen schaffen. Vor allem die Schülerinnen und Schüler in den Klassen fünf bis sieben müssen wieder von dem durch die dilettantische Umsetzung des Turboabiturs entstandenen Leistungs- und Zeitdruck befreit werden. Auch Kinder haben ein Recht auf Freizeit", stellte Schäfer fest.



Die stellvertretende Fraktionsvorsitzende ergänzte, dass das G-8-Konzept auch wegen der ausgehebelten Durchlässigkeit überarbeitet werden müsse. Schäfer: "Die Verkürzung der gymnasialen Schulzeit muss am Ende der Sekundarstufe I und in der Oberstufe vorgenommen werden. Durch die Verdichtung des Unterrichts in den Klassen fünf bis sieben haben CDU und FDP das Gymnasium bewusst von den anderen Schulformen abgekoppelt. Der Beginn der Oberstufe in Klasse 10 bedeutet, dass ein reibungsloser Übergang von der Haupt-, Real- bzw. Gesamtschule zum Gymnasium nicht mehr möglich ist. Da alle anderen Schulformen auf eine Laufzeit von Klasse 5 bis 10 konzipiert sind, wird ein Aufstieg bewusst erschwert. Wir brauchen aber mehr Durchlässigkeit statt schwarz-gelber Auslese. Alle Kinder müssen alle Chancen haben." Schäfer bedauerte, dass die Schülerinnen und Schüler in den vergangenen fünf Jahren als Versuchskaninchen der schwarz-gelben Schulpolitik herhalten mussten.

 

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